Dienstag, 25.01.2022 17:22 Uhr

Jeder Lebt Gern - Albumbesprechung

Verantwortlicher Autor: Arne Kahlen-Begoll Leverkusen, 29.01.2021, 21:54 Uhr
Presse-Ressort von: Arne Kahlen Bericht 4700x gelesen
Neue Country-Musik von Dirk Maverick
Neue Country-Musik von Dirk Maverick   Bild: Arne Kahlen-Begoll

Leverkusen [ENA] Jeder lebt gern seinen Traum. Nicht einfach nur eine Aussage, sondern viel mehr ein Leitsatz für das Leben. Genau so darf man das neue Album von Countrysänger Dirk Maverick verstehen, welches ein sehr persönliches Werk ist, das wir hier mal im Detail unter die Lupe nehmen.

Seit über 30 Jahren steht Dirk Maverick auf der Bühne. Mehr als 2.500 Auftritte in Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich. Seit 1992 unterstützt er mit seiner Band Kinderhilfsprojekte in Sri Lanka, wo er als erster Westeuropäer auftrat. Vom Firmen-Event bis zum Olympiastadion Berlin ist Dirk Maverick solo, mit Band oder mit seiner einmaligen Country Music Show ein viel gebuchter Künstler. Regelmäßig steht er in der BayArena des Bundesligisten Bayer Leverkusen und singt die Hymne. Und dann kam Corona. Doch statt den Kopf hängen zu lassen, nutze Maverick die Zeit um ein neues Album zu releasen. Genau dieses Werk mit dem Titel „Jeder lebt gern“ nehmen wir hier unter die Lupe.

Der Opener des Albums ist der Song „1964“ - eine Hommage an das Geburtsjahr des Interpreten. Ein Gedenkstein für den geburtenstärksten Jahrgang Deutschlands. Die ersten musikalischen Arrangements bei 1964 klingen qualitativ sehr solide produziert. Das Klangbild wirkt gut abgemischt und sehr sauber. Wer oldschool Country zwischen Nashville und Truck Stop mag, wird diesen Song über den besonderen Jahrgang lieben.

Mit der zweiten Nummer „Rest dieser Nacht“ erwartet die Ohren ein frischer Sound, der Lust auf den Sommer macht. Eine Geschichte über die besondere Atmosphäre zweier Menschen spät am Abend, mit der der Hörer abgeholt wird. Jeder findet sich hier wieder. Ein sauberer Satzgesang im Chorus. Die drei Minuten verfliegen und der Finger drückt auf Repeat. Man fühlt den Sommer und sieht im Takt wiegende Arme. Die Country-Pop-Nummer funktioniert siegessicher vom Festival bis zur großen Arena. Achtung: Ohrwurmgefahr!

Der dritte Titel „Ich will das du mich willst“ sagt alles zum Inhalt aus. Maverick selbst sagt: „Wollen wir das nicht alle: einen der uns liebt, einen der uns will?“ So selbstbewusst wie der Text geht auch das Instrumental nach vorne. Satter Bass, kräftige Gitarre, harte Snaredrum. Eine sehr rockige Sache. Ein richtig musikalisches Brett. Hier wurde außerdem gute Vorarbeit für Liveauftritte geleistet, indem ein bei 1:57 ein „Mitsing-Part“ eingebaut wurde. Wenn man auf sehr hohem Niveau jammern möchte, wären hier etwas hallende „S“-Laute zu erwähnen. Aber das ist sehr subjektiv und tut der Sache keinen Abbruch, das der Fuß einfach mitwippen will.

„Hier in der Wirklichkeit“, ist ein Song, der bei Maverick schon 20 Jahre in der Schublade lag, aber nie aufgenommen wurde. Es geht um die Liebe, die sehr grausam sein kann und nicht immer ein Happy End bekommt. Melancholische Stimmung im modernen Pop-Country Gewand mit sauberen Instrumenten. Im Song lockern die kurzen Instrumental-Parts auf, dadurch wirkt alles sehr ungezwungen. „Hier in der Wirklichkeit“ ist ein schöner Song bei dem Lagerfeuer-Stimmung aufkommt. Eine Wild-West-Kulisse, trockener Staub auf den Boots und eine Feuerschale, die das kühle Mondlicht erwärmt. Etwas wehmütig, voller Wünsche und Gedanken. Erfrischend ist gut eine Minute vor Schluss ein Tonartwechsel, der dem ganzen das Gefühl einer positiven Wendung gibt.

An fünfter Stelle reiht sich der Titelsong des Albums ein. „Jeder lebt gern (seinen Traum)“ macht gute Laune. Dirk Maverick sagt hierzu selbst: „Hast du eine Traum? Dann glaub daran, mach dein Ding - Du musst schon was tun, sonst wird er nicht wahr.“ Man könne den Titel stilistisch auch an die 1990er Songs von Westernhagen anlehnen. Ein Mix aus Rock, Pop und Schlager. Das ist so ein Sing-along-Song. Den Refrain hört man ein Mal und er ist drinnen.

Der sechste Song des Albums beginnt instrumental recht kräftig und rockig bestimmend. Ein Vergleich zu gutem handgemachten Rock von Maffay wäre nicht unpassend. Thematisch ist „Neue Welt“ ein sehr politischer Song, der nicht aktueller sein könnte. Er trifft den Nerv der Zeit. Der Song behandelt das Hetzen, Meckern und Lästern in den sozialen Medien. Dort, wo viele -auf der Suche nach Gleichgesinnten- anonym ihr Feindbild mit rauen Floskeln niedermachen können. Umweltskandale, Greta, Trump, Flüchtlingskrise, Rentner,... jeder kriegt sein hier Fett weg. Und die Leadgitarre spielt fröhlich drüber um die herrliche Ironie in diesem Song zu unterstreichen. Derzeit wohl einer der politisch treffendsten Titel - mit Spaßfaktor!

Mit „Alles wird gut“ als siebte Nummer des Albums wird der Hörer auf den bitteren Boden der Tatsachen geholt, wenn im Leben eben nicht alles gut läuft. Was ist da passiert, dass so traurige Zeilen entstanden sind? Die tiefe Gitarre unterstreicht die melancholische Stimmung. Aber dann kommt der Refrain mit mehrstimmigen Chor. Ein musikalischer Sonnenaufgang über der nebligen Sommerwiese. So fühlt sich der Refrain an. Und genau dafür ist es geschrieben. Dirk Maverick widmet diese gefühlvolle Kuschelpop-Ballade in Country-Kleidung einer guten Freundin, die am Boden zerstört war. Es ist ein musikalischer Trostspender, der durchaus zum heimlichen Lieblinglied werden kann. Mehr sollte man über den Song gar nicht sagen. Außer: Alles wird gut!

Der achte Song heisst „Verdammt ich lieb Dich“, und lässt sofort an Matthias Reim denken. Und ja, genau so ist es auch. Auf vielen Festivals konnten die Besucher schon diesen Klassiker im Country-Style hören. Die Fans fragten, wo man diese Gute-Laune Version in Schleife abspielen kann. Maverick und seine Band kamen der Aufforderung nach und arrangierten den Hit in einer herrlichen Leichtigkeit neu.

Track Nummer Neun, „Leben so wie ich es mag“. Da denkt man, 'den kenn ich doch'. Kurz in die Info geguckt. Lechtenbrink. Na klar! Dieser Song ist schon ein paar Tage alt. Jetzt ist der Staub aus den Rillen geblasen und hat ne neue Lackschicht bekommen. Darüber braucht man nicht viele Worte verlieren. Der Titel klingt wieder frisch. Und nebenbei ist der Text kein Tag älter geworden. Es gibt immer etwas, das man hasst. Gerade in der heutigen Zeit aktueller den jeh. Frisch unterstützt von gut harmonierenden Instrumenten lässt der Titel seine Botschaft gerade heraus ins Ohr. Ein Liebhaberstück, das nach Restaurierung nen neuen TÜV-Stempel bekommen hat.

Mit „Was soll das“ hat als Startnummer 10 ein echter MegaHit (wer kennt ihn nicht) von Herbert den Weg auf das Album gefunden. Das leichte Echo in der Stimme lässt das Gefühl aufkommen, als würde man den Song gerade live in einer Arena erleben. Die Lead-Gitarre versprüht Freude. Der Beat spielt mit der Rhythmus-Gitarre ein leichtes Tickern ins Ohr, das einen gefühlt auf der linken Spur der Autobahn am Freitag Nachmittag zum Wochenende Richtung Süden fahren lässt. Gute Laune, obwohl die Frage ja lautet: was soll das? Das hier ist einfach eine gute Nummer zum mitsingen. Das musikalische Arrangement wird sicher auch Grönemeyer gefallen. Sein alter Song in neuem Gewand. Was soll das? Das soll Spaß machen. Grönemeyer neu erfunden!

Nummer 11 von 14 ist ist ein neuer, alter Titel. „Mein Herz schlägt für Deutschland“ ist zwar keine wirklich neue Überraschung, da der Song bereits als Fussballhit zu WM-Zeiten lief. Aber in dieser zeitlosen Version ist es eine Liebeserklärung an Deutschland, wenn auch Politik und Steuern einen Seitenhieb bekommen. Ein Gute-Laune Lied, dass die Vorzüge hervor hebt. Berge, Meer, Essen, Heimat,... es gibt viel Schönes bei uns und das sollten wir vor Augen haben. Eine musikalisch schöne Fassade, die in einer fröhlichen Uptempo-Westernkulisse ein gutes Polster findet.

„Irgendwas bleibt“ ist als 12. Song des Albums eine echte Überraschung! Diese Coverversion des Silbermond-Songs bringt echtes Western-Feeling. Man fühlt sich ein bisschen wie bei „Sing meinen Song“. Da hört man gerne zu, weil es einfach anders und irgendwie neu klingt. Lohnt sich auch direkt ein zweites Mal zu hören. Das Instrumental ist vor allem am Anfang auf ein minimales reduziert. Die erste Strophe beginnt mehr gesprochen, fast andächtig. Zum Refrain kommt Lagerfeuer-Stimmung auf. Hier hält sich der Chor etwas dezenter im Hintergrund. Und das ist auch genau richtig so. Zu überladen würde es das Gefühl kaputt machen. So wie es jetzt ist, gibt diese Version „ein kleines bisschen Sicherheit“.

Mit dem Titel 13 blickt Dirk Maverick stolz und wehmütig nach oben. „Seine Straßen“ ist ein posthumes Duett mit Guter Gabriel, mit dem Maverick zu Lebzeiten regelmäßigen Kontakt pflegte. Jetzt sind diese bisher unveröffentlichten Tonspuren wieder aufgetaucht. Im Studio wurden sie liebevoll bearbeitet und dieses Duett daraus gezaubert, das es so noch nicht zu hören gab. Eine sehr schöne Idee, der Legende Gabriel auf diese Art einen Gedenkstein zu setzen. Das Instrumental klingt mit den tiefen Klängen sehr nachdenklich. Mehr darf man über den Titel an sich aber auch schon nicht sagen. Es ist ein Song, der zu recht damit weiter lebt - und mit ihm auch Guter Gabriel.

Als Abschluss hat „Wenn der Himmel nicht so weit weg wär“ als Bonus den Sprung auf das Album geschafft. Das Duett mit Linda ist die musikalische Umsetzung der Erinnerung an den verstorbenen Vater von Dirk Maverick. In dieser liebevollen Erzählung beantwortet Maverick der kleinen Linda viele Fragen. Wie war der Opa? Die Stimme, der Humor, der Mensch. Gern würde Maverick mit Linda zu ihm auf Besuch in den Himmel fahren, wenn der nicht so weit weg wäre. Gebettet in weiche Balladen-Klänge mit verspielter Sologitarre. Ein sentimentaler Abschluss eines gelungenen Albuns.

Fazit: Das aktuelle Album „Jeder lebt gern“ von Dirk Maverick ist ein liebevolles, autobiografisches Album mit 14 schön produzieren Tracks. Die gesunde Mischung von Oldschool- Country bis zu Überraschungs-Coversongs läuft flüssig ins Ohr und geht damit voll auf. Die CD wird über das Label Tyrolis vertrieben und ist sowohl als physischer Tonträger, alsauch in digitaler Form auf Downloadportalen erhältlich und dürfte jedem Hörer gefallen, der Rock, Pop und Schlager im Country-Gewand mag. Absolut hörenswert!

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