Dienstag, 25.01.2022 17:43 Uhr

On Stage: Johannes Oerding

Verantwortlicher Autor: Arne Kahlen-Begoll Oberhausen, 02.08.2021, 23:19 Uhr
Presse-Ressort von: Arne Kahlen Bericht 2492x gelesen
Johannes Oerding und seine Band holen das Publikum in Oberhausen zu einem guten Tag ab
Johannes Oerding und seine Band holen das Publikum in Oberhausen zu einem guten Tag ab  Bild: Arne Kahlen-Begoll

Oberhausen [ENA] Corona erschwert nicht nur vielen Künstlern das Leben. Auch die Fans schieben Monat für Monat Termine im Kalender weiter - immer mit der Hoffnung, dass „bald“ wieder alles „normal“ wird. Johannes Oerding beweist mit seiner Lagerfeuer-Accoustic Tour, dass man auch jetzt gute Tage haben kann.

Tickets gibt es im Vorverkauf zwar nur personalisiert und zum Einlass muss auch der Personalausweis, sowie ein „3G-Nachweis“ bereit gehalten werden. Aber das stört in Oberhausen niemanden so wirklich. Die Konzertbesucher wollen letztendlich einfach wieder Kultur genießen. Spaß haben. Feiern. Singen. Erinnerungen schaffen. Zum Einlass wird bereits versucht, die Zuschauer-Ströme zu lenken. Das Open-Air Gelände an der KöPi-Arena ist strukturiert. Wir folgen dem Leitsystem. Das zugewiesene Parkhaus 8. Erste Kontrolle der Tickets. „Zone 1?“ fragt ein Wächter. Wir dürfen einen Parkplatz suchen. Aus dem Parkhaus gehts zum Eingang zum Gelände. CovPass App, Perso und Zutrittsberechtigung bereit halten. Taschenkontrolle, Scan auf Waffen und… drinnen!

Sängerin Revelle aus Hamburg eröffnet den Abend

Vorbei an den im Randbereich platzierten, mobilen WC Häuschen geht es direkt zum Getränk holen. Currywurst war schon sehr früh aus. Schnell ist dank Beschilderung und Neon-Markierung auf dem Boden Block B und Reihe 7 gefunden. Ausreichend Abstand zwischen den Reihen sollen mehr Sicherheit gewähren. Auch lange Beine finden mehr als genug Platz. Das Wetter ist optimal. In Summe wirkt alles gut geplant. Die Sängerin Revelle aus Hamburg stimmt ihren Song „Erste Liebe“ an. Und tatsächlich kommt ein bisschen Konzert-Feeling auf. Livemusik. Es fühlt sich gut an. Revell versprüht rund eine halbe Stunde mit ihrer sympathischen Art Liebe, und gibt in Oberhausen souverän ihre Visitenkarte bei den Zuhörern ab. Ein gut gewählter Support-Act.

Nur wenige Minuten verspätet betritt die Band die Bühne. Oerding begrüßt seine Fans kurz und beginnt den lang ersehnten Konzert-Abend mit seinem Song „Kreise“. Er hat sein Versprechen eingelöst und das Lagerfeuer mitgebracht. Die Musik wird etwas zurückgefahren und Johannes bemerkt, dass die Runde am Lagerfeuer heute etwas größer ausfällt. Er nimmt eine Fackel und entfacht das Lagerfeuer in der etwas übergroßen Feuerschale. Nach der zweiten Nummer „Und wenn die Welt“ wird Corona kurz thematisiert.

Jedoch nur, um den Fans für die Treue zu danken, und dass alle zusammen einen schönen Abend haben werden. Man fühlt: Oerding und seine Jungs haben Bock. Es fühle sich an, als wäre alles okay. Wie ein richtiges Konzert. Passende Überleitung zum Hit „Alles okay“. Der Konzertabend nimmt an Fahrt auf. Stellt sich Oerding autobiografisch mit „ Unter einem Hut“ noch mal vor, singt das Ganze Gelände zu „So schön“ lauthals mit. Die etwas ältere Nummer „Flieg mit mir“ animiert zum mitklatschen und tanzen.

Nach dem Titel „Ungeschminkt“ kehrt einen Moment Ruhe ein, als ein medizinischer Einsatz bei den Besuchern notwendig wird. Johannes Oerding meistert respektvoll diese Hürde. In der Setlist werden Songs getauscht und das Piano spielt ein wenig alleine ruhige Klänge um den Helfern Ruhe zu geben. Nachdem Daumen-Hoch Zeichen geht es zunächst mit „ Blinde Passagiere“ etwas ruhiger weiter. Der Bogen zur Party wird direkt im Anschluss mit „Anfassen“ wieder hochgezogen.

Nicht fehlen sollten dann Lagerfeuer-Klassiker. Oerding stimmt „Take me home, Country Roads“ an. Die Stimmung ist perfekt! Selbst der Publikumswunsch „Lauda to si“ funktioniert, und mündet mit „Stand by me“, „Man in the Mirror“, „Nothing else matters“ und „Wonderwall“ in einer Mitsingen-Orgie. Zurück zu Oerding-Songs wie „Erster Klasse“, „Hundert Leben“, „Heimat“, „Ketten“, folgt ein Hit-Feuerwerk. Der Platin-Hit „Alles Brennt“ öffnete einst so manche Tür, erinnert sich ein sehr dankbarer Johannes. Nach „ Wenn du lebst“ und „An guten Tagen“ verlassen die Musiker die Bühne.

Mit „Die Guten Zeiten“ erklingt die erste Zugabe, ohne die ein verabschieden nicht möglich wäre. Allerdings geht es auf 22 Uhr zu, und der Abend muss nun doch ein Ende finden. Die schöne Lagerfeuer-Stimmung wird mit dem Song „Ich will noch nicht nach Hause“ noch weiter symbolisch getragen. Das Publikum wird zum großen Chor und feiert gemeinsam den Abend. Ein sichtlich gut gelaunter Oerding lässt es sich nicht nehmen noch einen allerletzten Song alleine mit Gitarre zu spielen. „Das gibt wieder Ärger“, sagt er stirnrunzelnd mit Blick auf die Uhr. Die magische 22 Uhr-Grenze ist bereits überschritten. „Für immer ab jetzt“ soll dann der letzte Song des Abends sein.

Johannes Oerding zeigt: Livemusik funktioniert unter Auflagen auch in schwierigen Zeiten. Für viele Konzert-Besucher war es das erste Live-Konzert nach mehr als einem Jahr. Die Freude war den Menschen sichtbar ins Gesicht geschrieben. Das Konzept funktioniert, so betonte Oerding beim Verlassen der Bühne, dass man sich bald wieder sehen würde. Und notfalls eben wieder in solch einem Rahmen. Bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren dann den Auslass etwas besser planen. Hier trafen dann doch einige Besucher-Ströme aufeinander, was hätte vermieden werden können, wenn alle Abwege freigegeben wären. In Erinnerung bleibt ein durch die Bank weg gelungener und Perfekter Abend mit guter, handgemachter Livemusik, der nach Wiederholung schreit.

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